Graffiti-Workshop 2024
Gefördert durch ECOMOVE International e.V. im Rahmen des Projektes „CREATIVE TOGETHER“
Der Graffiti-Workshop auf dem ehemaligen Betonwerk Stolpe hat kulturelle Jugendbildung mit praktischer kreativer Arbeit, demokratischer Beteiligung und sozialer Begegnung verbunden. Das stillgelegte Betonwerk bot dafür einen besonderen außerschulischen Lern- und Erfahrungsraum.
Jugendliche brauchen Räume, in denen sie sich ausprobieren, eigene Ideen entwickeln und Selbstwirksamkeit erfahren können. Gerade im ländlichen Raum fehlen jedoch häufig niedrigschwellige kulturelle Angebote, die an der Lebensrealität von Jugendlichen unterschiedlicher sozialer Hintergründe anknüpfen. Auch der Zugang zu subkulturellem Wissen ist begrenzt. Graffiti ist für viele Jugendliche Teil ihrer Lebenswelt, Wissen über Geschichte, Stile, Techniken und die kulturellen Zusammenhänge wird jedoch häufig innerhalb der Szene weitergegeben. Der Workshop sollte dieses Wissen zugänglich machen und mit praktischer Erfahrung verbinden. Gleichzeitig sollte Konsenfindung durch gemeinsame Entscheidungsprozesse praktisch erfahrbar werden: Das Aushandeln von Ideen, Interessen und Kompromissen innerhalb der Gruppe fördert das Verständnis für demokratische Prozesse und stärkt somit das Demokratieverständnis.
Der zweitägige Workshop richtete sich an Jugendliche zwischen 11 und 19 Jahren aus Angermünde und der umliegenden Region. Vermittelt wurden unter anderem Hintergrundwissen zur Graffiti-Kultur, verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, Schriftgestaltung, Bildaufbau und der Umgang mit Spraymaterialien. Die Jugendlichen entwickelten eigene Entwürfe und setzten diese anschließend auf dem Gelände des Betonwerks um. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der gemeinsamen Gestaltung. Die Jugendlichen entwickelten Ideen, diskutierten diese und trafen Entscheidungen darüber, wie gemeinsame Flächen gestaltet werden. Dadurch wurden demokratische Prozesse wie Diskussion, Interessenvertretung und Kompromissfindung praktisch eingeübt.Das gemeinsame Arbeiten sollte außerdem Jugendliche mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen zusammenbringen. Für die Teilnahme waren weder künstlerische Vorerfahrungen noch besondere Kenntnisse notwendig.
Zu Beginn wurden die Teilnehmer mit der Geschichte und den Grundlagen der Graffiti-Kultur vertraut gemacht. Anschließend konnten sie verschiedene Techniken ausprobieren und eigene Skizzen auf Papier entwickeln. Die praktische Arbeit erfolgte direkt auf dem Gelände. Dabei konnten die Jugendlichen unterschiedliche Sprüh- und Maltechniken kennenlernen und sich gegenseitig unterstützen. Teilnehmer mit Vorerfahrungen konnten ihr Wissen an andere weitergeben. Einige Teilnehmende haben sich dabei in Gruppen zusammengeschlossen, um gemeinsam einen Teil der Fläche zu gestalten. Ein wichtiger Bestandteil des Workshops war die gemeinsame Gestaltung eines Crew-Piece. Ideen wurden gesammelt, besprochen und zusammengeführt. So verband der Workshop die Vermittlung von Graffiti-Techniken mit praktischer kultureller und demokratischer Bildung.











